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Statement zu den Hintergründen der Online-Kampagne 2024

discancel culture

Einleitung: Warum wir das hier schreiben

In letzter Zeit kursieren Gerüchte über anonyme Vorwürfe gegen uns. Wer uns kennt, weiß, wofür wir stehen. Wer uns nicht kennt oder durch die Gerüchte verunsichert ist: Hier ist unsere Sicht der Dinge, die Fakten zur rechtlichen Auseinandersetzung und unser Statement zu Anonymität, Hetze und dem Umgang miteinander.

Was passiert ist
Im August 2024 wurden auf dem Instagram-Profil @Punk_Too anonyme Texte veröffentlicht. Wir wurden darin zwar nicht direkt benannt, doch in den Kommentaren unter anderen Profilen wurde von dubiosen Konten (wie ramashray4927, xereon322) gezielt die Verbindung zu uns hergestellt: „Es gibt was Neues zum Label!“. Unsere Versuche, sachlich darauf zu reagieren, wurden von Punk_Too konsequent gelöscht.

Die Beiträge drehten sich um angebliche Erlebnisse mit Musikern von vor über 12 Jahren – ohne Namen, ohne Belege, dafür gespickt mit emotionalen Triggerworten und schlüpfrigen Andeutungen. Obwohl auf Punk_Too behauptet wurde, uns vorher konfrontiert zu haben, geschah dies nie. Wir haben erst von Dritten von den Beiträgen erfahren und wurden mit fertigen Narrativen vor vollendete Tatsachen gestellt. Für uns drängt sich hier der Verdacht auf, dass gezielt ein Shitstorm konstruiert werden sollte, weil wir manchen Menschen nicht genehm sind. Es ist mehr als fragwürdig, warum eine Plattform mit 5k Followern unreflektiert einseitige Diffamierungen teilt, ohne Aufarbeitung oder Differenzierung. Das ist verantwortungslos und ein klarer Machtmissbrauch.

Der Psychoterror und die realen Konsequenzen

Was folgte, war eine Welle von Hass, die weit über das Internet hinausging. Menschen aus unserem Team wurden unter Druck gesetzt, es gab Gewaltandrohungen, Beleidigungen und eine Flut von Lügen. Unterstützende von Punk_Too setzten Veranstaltende und Bands massiv unter Druck, sich von uns zu distanzieren. Es gab Statements Dritter, die uns sogar in den Bereich von Straftaten rückten!

Die Folge: Wir wurden von Festivals ausgeladen, langjährige Partner und Partnerinnen ghosten uns plötzlich, und wir werden teilweise sogar körperlich angegangen oder angespuckt. Das gesamte Vorgehen ist schockierend hinterhältig, intransparent und unehrlich. Wer andere aufgrund von bloßem Hörensagen ausgrenzt, hat unserer Meinung nach den Spirit eines weltoffenen und toleranten Punks nicht verstanden.

Wer wir sind: Realität statt Internet-Label

Abbruch Records steht gegen Machtmissbrauch, Mackertum, Sexismus und das Patriarchat. Wir sind ein buntes, diverses Team; sowohl im Label als auch bei der Band Abbruch sind Menschen aus dem LGBTQFLINTA*-Spektrum aktiv. Wir tragen das nicht wie ein Marketing-Schild vor uns her, weil es für uns Alltag ist.

Wir wehren uns dagegen, Menschen ungefragt in „Cis“ oder „Nicht-Cis“ einzusortieren. Wir leben im dörflichen Brandenburg und kämpfen seit jeher gegen echte patriarchale Strukturen, gegen Faschos und Brandanschläge. Unser Wagenplatz wurde abgefackelt, Menschen verloren ihr Hab und Gut, wir haben reale Gewalt erfahren. Uns im Netz als „Macker“ zu framen, ist an Perfidität kaum zu überbieten. Eine Behauptung auf Instagram macht niemanden zum Täter. Ein Täter hat vorsätzlich und erwiesenermaßen eine Tat begangen. Wir lassen uns nicht als Täter framen – bei uns wird übergriffiges Verhalten nicht geduldet, und das schon lange bevor „Awareness“ zum Modewort wurde.

Die Zerstörung von DIY-Strukturen

Mittlerweile werden ganze Veranstaltungen denunziert, weil sie angeblich die falschen Line-ups haben oder nicht jedem dogmatischen Anspruch genügen. Dabei wird völlig ignoriert, wie viel Herzblut und Arbeit in solchen Projekten steckt – gerade unter dem massiven finanziellen und organisatorischen Druck im DIY-Bereich.

Diese Form von Social-Media-Shitstorms führt zu realen Konsequenzen: Projekte sterben, kulturelle Freiräume verschwinden. Wenn wir uns in der Szene gegenseitig aufgrund von Online-Vorwürfen die Existenzgrundlage entziehen, entstehen kulturelle Leerstellen auf der Landkarte. Diese Flecken werden nicht leer bleiben – sie werden bereitwillig von Akteuren wie der AfD oder dem „Dritten Weg“ gefüllt. Wer Projekte durch Denunziation killt, schwächt am Ende uns alle.

Die rechtliche Auseinandersetzung und die feige Flucht nach vorn
Da Ronja (Geschäftsführerin der Plastic Bomb GmbH und Mitgründerin von Punk_Too) jedes konstruktive Gespräch verweigerte, mussten wir auf Rat von Organisationen wie dem Weißen Ring und HateAid rechtlich gegen diesen Vernichtungsfeldzug vorgehen.

Besonders bezeichnend war das Verhalten nach Einschaltung unserer Kanzlei: Plötzlich wurde versucht, im großen Stil Spuren zu verwischen. Ronja versuchte über ihren Anwalt geltend zu machen, sie hätte mit Punk_Too wenig zu tun, sie sei lediglich Unterstützerin – obwohl sie das in Stories und Artikeln zuvor stolz betont hatte. Links wurden gelöscht, Impressums-Angaben entfernt, Kommentare und Stories vernichtet.

Die Krönung der Heuchelei: Inmitten dieser Kampagne postete Punk_Too einen Beitrag, in dem behauptet wurde, man würde nicht einseitig Dinge veröffentlichen und sei nicht der persönliche Kummerkasten der Szene. Die Realität sah anders aus. Vor Gericht wurde behauptet, es sei unbekannt, um wen es ginge, es seien abstrakte Texte gewesen, viele Bands würden in Frage kommen. Als die Beweislast unter anderem durch unsere Screenshots erdrückend wurde, erklärte sich Ronja zu einem Vergleich bereit: Die Beiträge wurden gelöscht und sie darf diese nicht weiter verbreiten.

Ein Appell an die Szene: Punk is Support, not Competition!

Wir sehen hier klar ein strukturelles Problem in der sogenannten Szene, in der es oft mehr um performanten Feminismus und toxische Gruppendynamiken als um Solidarität und konstruktive Kritik geht.

Manche Leute machen sich Gerüchte ungefragt zu eigen – wie bei „Stille Post“ wird aus einer Andeutung ein Kapitalverbrechen. Wir haben erfahren, dass Aktivist:innen aus dem PunkToo-Spektrum systematisch vorgehen, um unliebsame Menschen fertig zu machen. Das geht teilweise so weit, dass Betroffene suizidal wurden. Das ist kein Aktivismus, das ist psychische Gewalt.

Lasst euch nicht einreden, dass ihr als Punks und Punketten keine Rechte hättet oder euch nicht professionell gegen Hetze wehren dürft. Online-Mobbing und Intrigen sind übergriffiges Verhalten, egal wie „links“ sich die Täter:innen fühlen oder vorgeben zu sein. Bevor ihr jemanden aufgrund eines Internet-Posts sozial vernichtet: Hinterfragt die Quellen, hört euch beide Seiten an und redet miteinander statt übereinander.

Wir lassen uns nicht mundtot machen. Wir werden weiter Lieder gegen alles schreiben, was uns stört und Kunstschaffenden aus aller Welt mit unserem Label eine Stimme geben. Unser neues Album steht in den Startlöchern. Abbruch bleibt ein offenes Kollektiv für alle, die Punk in all seinen Facetten unterstützen wollen. Wenn ihr Lust habt, euch einzubringen, meldet euch gern bei uns!

United we stand!
Dis-Cancel-Culture!
ABBRUCH 4 EVER

the punkavec czech punk zine

BROKEN SILENCE Independent Distribution

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