Rabatzke
Rabatzke
★ Punk rock aus Berlin ★
Rabatzke ist eine fünfköpfige Punkrock-Band aus Berlin und Potsdam, die seit April 2023 für ordentlich Wirbel sorgt. Trotz reichlich Lebenserfahrung klingen die Musiker nach purer, ungezähmter Garagen-Eskalation mit lauten Gitarrenwänden und eingängigen Melodien
Interview mit Rabatzke
1. „Weil die Jugend schon verschwendet ist, muss es jetzt eben schnell gehen!“ – Ein großartiges Motto. Ihr habt die Band im April 2023 gegründet, habt die 50 teilweise schon passiert und ballert jetzt in Rekordzeit ein fettes Debütalbum raus. Woher kommt diese plötzliche, ungezähmte Dringlichkeit?
Paul Rabatzke (Gesang): Der entscheidende Punkt ist, dass sich bei Rabatzke fünf Leute getroffen haben, die einfach Bock darauf haben, nochmal richtig loszulegen. Laut, dreckig und ordentlich Party. Das haben wir zwar vorher auch schon alle gemacht, aber wenn man da mit mehreren Leuten an einem Strang zieht, entsteht nochmal eine ganz andere Energie.
Markant war für mich persönlich auch ein Trauerfall im allerengsten Umfeld. Wenn da jemand mit Mitte 30 plötzlich von einem auf den anderen Tag nicht mehr da ist, dann verändert das was. Mir wurde bewusst, wie schnell es zu Ende sein kann. Also heißt es doch, jeden Tag zu genießen.
2. Euer Sound kreuzt melodischen Punkrock mit fetten, metal-lastigen Gitarrenwänden. Wie kam es zu dieser Mischung? Gab es im Proberaum harte Diskussionen zwischen der Metal-Fraktion und den Oldschool-Punks, oder hat das von Sekunde eins an einfach genau so gepasst?
Klingt seltsam, aber ja: Es hat von der ersten Sekunde genau so gepasst. Wir haben einfach drauf losgeschrieben und das gemacht, was uns gefällt. Dass sich da ein paar Metal-Passagen in unseren Punkrock geschlichen haben, haben wir selbst auch erst später realisiert. Für uns passt das so einfach gut zusammen. So ein Song entsteht ja auch nicht am Reißbrett – so nach dem Motto: Hiervon noch eine Prise und davon. Das kommt von innen und wenn es für uns so passt, dann passt es. Da machen wir uns dann wenig Gedanken über irgendwelche Genres.
3. Ihr zeigt auf der Bühne und in euren Texten eine ganz klare, unmissverständliche Kante gegen Rechts. Eure erste Single heißt kurz und schmerzlos „Faschist“. Wie wichtig ist es euch – gerade in der heutigen Zeit –, als Band das Maul aufzumachen und Haltung zu zeigen?
Sehr wichtig. Absolut wichtig. Wir wollen doch alle in einer freien, offenen und bunten Gesellschaft leben – und das geht unter Faschisten eben nicht. Nicht umsonst hauen wir den Song dann ja auch nur wenige Tage vor der Berliner Wahl raus. Damit vielleicht der ein oder die andere noch merkt, was da gewählt wird, wenn das Kreuz zu weit nach rechts rückt.
4. Auf eurer Tracklist prangt ein Song namens „Farin Urlaub“. Der Name ist in Mitteleuropa vielen ein Begriff. Das triggert natürlich sofort jeden Punkrock-Fan in Deutschland - "lustiger" Wortwitz oder verehrende Referenz? Worum geht es denn in diesem Stück Musik?
Das soll doch am besten jeder Mensch selbst rausfinden, in dem er oder sie sich den Song einfach anhört. Ich denke, es wird dann relativ schnell klar.
5. Die zweite Single widmet sich der Berliner Verkehrsgesellschaft – einer Gesellschaft, welche Leute aus Berlin und Brandenburg gleichermaßen mit Hass und Liebe begegnen. Was nervt euch an der BVG am meisten und warum taugt das perfekt für eine Punk-Hymne mit einer Brise Ironie? Hätte ein Song über die Deutsche Bahn nicht besser getroffen?
Wer sagt denn, dass die BVG nervt? (lacht) Das Lied ist doch eine uneingeschränkte Hymne auf unseren großartigen Berliner ÖPNV. Egal, wie heftig und lange ich feiere. Die BVG hat mich bisher immer gut nach Hause gebracht. Da kann man dann auch über den ein oder anderen Mangel gerne mal hinwegsehen.
Ein Song über die Deutsche Bahn wäre da komplett anders geworden. Denn die nerven richtig ordentlich. Und die haben mich nach einem Vollsuff auch noch nie nach Hause gebracht.
6. Euer Album heißt „Gute Laune und Randale“ und euer erklärtes Ziel sind verschwitzte, strahlende Gesichter im Pit. Wenn die Platte am 16.10.2026 einschlägt: Was können die Leute von den anstehenden Live-Shows erwarten? Wie sieht ein perfekt „gepflegtes Eskalieren“ bei einer Rabatzke-Show denn überhaupt aus?
Das Schöne am „gepflegten Eskalieren“ ist ja, dass es gerne auch ungepflegt passieren darf. Gute Laune und Randale trifft es daher insofern, dass wir die Leute bei unseren Live-Shows vor allem mit unserer Energie anstecken wollen. Wenn wir auf die Bühne dürfen, haben wir auf jeden Fall gute Laune – und mit der wollen wir anstecken. Dann machen wir alle gemeinsam ordentlich Randale und am Ende gehen alle mit guter Laune nach Hause. Ein einfaches Rezept, genial umgesetzt.
7. Welches Lied muss unbedingt gehört werden? Was ist euch am allerwichtigsten?
Am allerwichtigsten ist uns natürlich, dass die Leute unsere Songs hören. Und wenn die Leute dann sogar noch mögen, was sie da hören, dann freut uns das ungemein. Es gibt nämlich nichts Schöneres als mit anderen Menschen gemeinsam Songs zu singen, die man mag.
Welches Lied da nun unbedingt gehört werden muss oder soll, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Wir haben die 12 Songs aufs Album gepackt, weil sie uns alle 12 auf ihre ganz eigene Art und Weise berühren. Weil wir sie gut finden. Alle 12, ohne Ausnahme. Und wenn ich 12 Kinder hätte, könnte ich ja auch nicht sagen, welches Kind im am meisten liebe.
8. Und nun hopp: Welche Worte wollt ihr den Leuten, die euch hören, mit auf den Weg geben?
Bleibt, wie Ihr seid! Denn wenn Ihr unsere Lieder hört und mögt, könnt Ihr keine schlechten Menschen sein.
18.07.2026

