Nitrochaos – Wenn das Chaos den Reaktor zündet
Gefühlt spielen Wanja Neite (Gesang), Nando Grujic (Gitarre) und Yannick Aderb (Bass) schon seit dem Sandkasten zusammen. Entstanden aus der Asche der Underground-Combo „Hound“, haben sich die drei mit dem peruanischen Schlagzeuger Sebastian Salas verstärkt und das Projekt Nitrochaos ins Leben gerufen. Sebastian verpasst dem Ganzen seit 2025 eine ordentliche Portion kontrollierte Aggression auf den Fellen – die Band ist dadurch spürbar angriffslustiger geworden.
Aufgeteilt zwischen Hannover und Leipzig, bricht dieser internationale, angenehm queere Haufen konsequent mit Genre-Grenzen. Das belgische Rock Tribune Magazine schrieb nicht umsonst, diese Truppe strahle Energie aus wie ein durchgegangenes Kernkraftwerk. Dabei sind echte Musiknerds am Werk, die so detailverliebt sind, dass sie ihre Boxen und Verstärker selbst entwerfen und zusammenzimmern, so munkelt man. Wer sich vor dem angekündigten Debütalbum warmtanzen will, greift zur ersten EP „Chaos Reigns“.
Chaos Reigns
Zusammen mit Sound-Hexer Willi Dammeier im Institut für Wohlklangforschung wurde ein Sound fabriziert, der satt, bissig und herrlich Old-School aus den Boxen drückt. Ein ziemlich wilder Drahtseilakt zwischen rotziger Punk-Attitüde und proggiger Präzision.
Die vier Tracks der EP nehmen einen mit in eine dichte, ganz eigene Welt voller düsterer Fieberträume und metallastiger Hymnen auf den ewigen Wandel. Es geht um queere Kreaturen, finstere Träume und das komplette Abstreifen zivilisatorischer Hüllen.
Ein echtes Highlight ist „Be My Pet Boi“ – eine schräge Nummer über radikale Zärtlichkeit, Grausamkeit und menschliche Haustiere.
Den Abschluss macht die atmosphärische Prog-Ballade „Frighten The Crane“, die zeigt, wie viel kreativer Wahnsinn in der DNA dieser Band steckt.
Kurz gesagt: Nitrochaos wollen eure volle Aufmerksamkeit, den letzten Funken Tanzwut und den allerletzten Tropfen Schweiß. Wer Bock auf eigenwillige, exzessive und verdammt authentische (Live-)Musik hat, ist hier genau richtig. Denn sie wollen nur euer Blut und eure Seele...

